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Unglaubliche Fakten rund ums Auge

Lesezeit: ca. 5 Minuten

FAKT NR. 1 – DIE WELT STEHT KOPF

Die Bilder, die auf unsere Netzhaut projiziert werden, sind eigentlich auf dem Kopf und senkrecht gespiegelt. Erst in der Verarbeitung des Sehreizes durch das Gehirn wird dieses Bild gedreht. Die weit verbreitete Annahme, dass Babys diese Fähigkeit in den ersten Lebenswochen erlernen müssen, trifft jedoch nicht zu.

Mit einer sogenannten Umkehrbrille lässt sich dieser Effekt verändern. Dadurch wird das Bild der Umgebung durch Prismen auf den Kopf gestellt, also „richtig herum“ auf die Netzhaut projiziert. Durch die Verarbeitung im Gehirn steht die Welt also aus eigener Sicht Kopf. Versuche haben gezeigt, dass Probanden erst nach sechs Tagen mit dieser Brille das Bild im Gehirn wiederum „richtig“ drehen können. Die Rückgewöhnung nach dem Abnehmen der Umkehrbrille dauert hingegen nur wenige Minuten. 

FAKT NR. 2 – ALLE BLAUÄUGIGEN HABEN DEN GLEICHEN VORFAHREN

Laut dem Genforscher Hans Eiberg ist die Mutation für blaue Augen erst vor etwa 6.000 bis 10.000 Jahren aufgetreten. Ursprünglich hatten alle Menschen braune Augen. Durch diese Mutation wird die Melanin-Produktion in der Iris vermindert, wodurch die Augen blau sind. Eiberg und sein Team untersuchten die DNS von über 800 Probanden aus Dänemark, Jordanien und der Türkei und stellten dabei fest, dass bei allen exakt die gleiche Region der DNS von dieser Mutation betroffen ist. Diese Veränderung ist demnach so spezifisch, dass vermutlich alle heute Blauäugigen von demselben Menschen abstammen.

Im Übrigen sind die schwarzen Lemuren wahrscheinlich die einzigen Primaten neben Menschen, die blaue Augen haben. 

Laut einer Umfrage wünschen sich 42% der Deutschen blaue Augen. Wer diese von Natur aus nicht hat, kann auf farbige Kontaktlinsen zurückgreifen oder bedient sich einer neuen, aus den USA stammenden Lasermethode. Dabei wird die Melanin-haltige Schicht der Iris entfernt, ohne dabei das Gewebe zu verletzen. So erscheinen Augen wieder blau.

FAKT NR. 3 – FRAUEN HABEN SELTENER EINE ROT-GRÜN-SCHWÄCHE

Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche können im Gegensatz zu Normalsichtigen die Farben Rot und Grün schlechter unterscheiden. Etwa 9% der Männer sind davon betroffen, aber nur ungefähr 0,4% der Frauen. Das liegt daran, dass die Gene für die Rot- und Grünzapfen auf dem X-Chromosom liegen. Männer besitzen nur eines, Frauen hingegen zwei. Bei Männern reicht somit schon der Defekt auf einem X-Chromosom aus, damit die Farbsehschwäche auftritt. Frauen können bei einem defekten Gen dank eines zweiten gesunden Gens normal farbig sehen. Sie sind nur dann von einer Rot-Grün-Schwäche betroffen, wenn der Defekt auf beiden Genen vorliegt.

FAKT NR. 4 – MANCHE MENSCHEN KÖNNEN BIS ZU 100 MIO. FARBEN SEHEN

Der Mensch kann ungefähr 10 Mio. Farben sehen, die aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau kombiniert werden. Eine sehr seltene Genanomalie sorgt jedoch dafür, dass neben den Zapfen für Rot, Grün und Blau ein vierter Farbrezeptor ausgebildet wird. Menschen mit dieser „Mutation“ werden daher Tetrachromaten genannt und können bis zu 100 Mio. Farbtöne unterscheiden. Der zusätzliche Rezeptor allein reicht jedoch nicht aus. Auch das Gehirn muss in der Lage sein, diese zusätzlichen Informationen verarbeiten zu können. Immerhin verfügen etwa 2% aller Frauen über diese außergewöhnliche Fähigkeit.

FAKT NR. 5 – DEPRESSIONEN BEEINFLUSSEN DIE FARBWAHRNEHMUNG

Menschen mit Depressionen sehen nicht nur sprichwörtlich alles „grau in grau“. Untersuchungen der Universität Freiburg haben nachgewiesen, dass die Netzhaut depressiver Menschen deutlich schwächer auf optische Reize reagiert. Schwarz-Weiß-Kontraste werden weniger deutlich wahrgenommen. Woran dieser Zusammenhang zwischen Farbwahrnehmung und Depressionen liegt, ist jedoch bislang unklar.

FAKT NR. 6 – TRÄNEN BESTEHEN NICHT NUR AUS WASSER

Nicht nur wenn wir weinen, wird Tränenflüssigkeit gebildet. Tränen haben vor allem die Aufgabe, die Augen vor dem Austrocknen zu schützen, Krankheitserreger abzuwehren und Unreinheiten auszuwaschen. Dafür enthalten Tränen neben Wasser auch Kochsalz, Glukose, verschiedene Eiweiße und Lysozym oder Immunglobulin A zur Abwehr von Keimen. Durchschnittlich 100 Liter an Tränenflüssigkeit vergießt ein Mensch in seinem Leben. Dabei enthalten emotionale Tränen mehr Proteine als Reflextränen.

FAKT NR. 7 – AUGENBEWEGUNG IST WAHRE MUSKELARBEIT

Sechs Muskeln dienen dazu, das menschliche Auge zu bewegen. Eine Bewegung kann dabei bis zu 500 Meter pro Sekunde schnell sein. Die äußeren Augenmuskeln treten etwa 100.000 Mal am Tag in Aktion und gehören damit zu unseren aktivsten Muskeln. Sie arbeiten dabei so präzise, dass das Bild des rechen Auges und das des linken Auges exakt übereinander liegen – egal aus welchem Blickwinkel.

FAKT NR. 8 – DIE WICHTIGSTEN ZAHLEN UND DATEN

Wie wichtig das Sehen ist, zeigt sich schon an der Verteilung der Sinneszellen. Allein 70 Prozent dieser Zellen befinden sich in der Augennetzhaut. Außerdem hat das menschliche Auge einen Durchmesser von etwa 2,2 – 2,3 Zentimetern und wiegt ungefähr so viel wie ein 50-Cent-Stück, also 7,5 – 8 Gramm.

FAKT NR. 9 – ES IST UNMÖGLICH, MIT OFFENEN AUGEN ZU NIESEN.

Das Niesen ist sozusagen eine Art Selbstreinigung des Körpers. Es ist ein komplexer Vorgang, der mit bestimmten Nervenverbindungen zusammenhängt. Dazu gehört auch das Augenschließen während man niest.

Üblicherweise wird der Niesreflex durch Fremdkörper in der Nasenschleimhaut oder eine Entzündung ausgelöst. Daraufhin entsteht ein komplexer Ablauf: die gereizten Sinneszellen der Nase aktivieren das vegetative Nervensystem im Rückenmark. Von dort aus sorgt ein Signal für einen Bewegungsimpuls des Zwerchfells, welches zusammengestaute Luft in die Stirnhöhle schickt. Der dort entstehende Druck entlädt sich dann beim Niesen. Das gleichzeitige Schließen der Augen ist ebenfalls ein Reflex, der nicht unterdrückt werden kann. Forscher vermuten, dass so verhindert werden soll, dass beim Niesen ausgestoßene Partikel, Bakterien und Viren ins Auge gelangen. Der alte Volksglaube, die Augen könnten beim Niesen herausfallen, wenn sie nicht geschlossen sind, ist jedoch ein Ammenmärchen.

FAKT NR. 10 – IRIS-MERKMALE SIND UNVERWECHSELBARER ALS FINGERABDRÜCKE.

Schau mir in die Augen und ich sage dir, wer du bist. Während bei Fingerabdrücken etwa 40 einzigartige Merkmale ausgemacht werden können, sind es bei der Iris des menschlichen Auges dank moderner Technologie etwa 260. Daher werden Netzhaut-Scans auch zur Sicherheitsüberprüfung eingesetzt. Die einzigartigen, unverwechselbaren Merkmale der Netzhaut entwickeln sich in den ersten Lebensmonaten und sind selbst bei eineiigen Zwillingen, die eine identische DNS haben, nicht gleich. Aufgrund der vielen erkennbaren Merkmale der Iris geht die Wahrscheinlichkeit der Verwechslung eines Iriscodes mit der einer anderen Person ist nahezu gegen Null.

FAKT NR. 11 – BLINZELN IST DIE SCHNELLSTE KÖRPERBEWEGUNG.

Der sprichwörtliche Wimpernschlag wird tatsächlich vom schnellsten Muskel des menschlichen Körpers ausgeführt. Ein Blinzeln dauert üblicherweise 100 bis 150 Millisekunden. Außerdem ist es möglich, fünfmal in einer Sekunde zu blinzeln. Das menschliche Auge blinzelt etwa 17 Mal in der Minute, also 14.280 Mal am Tag und 5 Mio. Mal in einem Jahr. Beim Reden blinzelt man häufiger als beim Lesen. Das Blinzeln dient im Übrigen dazu, den Tränenfilm auf den Augen aufrecht zu erhalten. Mit jedem Lidschlag wird Tränenflüssigkeit produziert – am Tag insgesamt etwa 1 Gramm. Blinzeln geschieht in der Regel unwillkürlich und unbewusst. Die kurzzeitig entstehende Dunkelheit und die ausbleibenden visuellen Informationen beim Blinzeln nehmen wir meistens nicht wahr.

FAKT NR. 12 – PIRATEN TRUGEN OHRRINGE, WEIL SIE GLAUBTEN, DIES WÜRDE IHRE SEHKRAFT VERBESSERN.

Holzbein, Augenklappe, Hakenhand und Ohrring – so stellt man sich einen klassischen Piraten vor. Doch warum trugen Piraten Ohrringe? Zum einen diente der wertvolle Schmuck als Reserve, um etwa das eigene Begräbnis bezahlen zu können. Zum anderen glaubten viele Piraten, Ohrringe würden die Sehkraft verbessern. Dieser Gedanke ist gar nicht so unwahrscheinlich. In der Akkupunktur ist das Ohrläppchen der Punkt, der zu einem besseren Sehvermögen beiträgt. Allerdings ist Akkupunktur nur wirksam, wenn sie in vorrübergehende Stichen praktiziert wird. Ein dauerhaftes Tragen von Ohrringen hilft also nicht.

FAKT NR. 13 – DIE HÄUFIGSTE AUGENFARBE DER WELT IST BRAUN.

Etwa 90% aller Menschen haben braune Augen, Grün ist mit 2-4% die seltenste Augenfarbe. Dennoch ist es so, dass Babys mit heller Hautfarbe oft mit blauen Augen auf die Welt kommen. Das liegt daran, dass die Farbzellen, die rund um die Pupille sitzen, erst im ersten Lebensjahr mit der Produktion des Farbstoffs Melanin beginnen. Erst dann zeigt sich die wahre, vererbte Augenfarbe des Kindes.